Richtlinienverfahren: Verhaltenstherapie 

 

Bei der Verhaltenstherapie handelt es sich um ein Konglomerat verschiedener Behandlungsformen die allesamt von der Annahme ausgehen, dass dysfunktionale Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühlszustände zum Teil auf erlerntem Verhalten beruhen, die es zu identifizieren und zu verändern gilt. Dabei ist die Verhaltenstherapie ein sehr pragmatischer Ansatz, der die Selbstkompetenz des Patienten schult und ihm konstruktive Wege im Bereich der Selbstregulation und des Selbstmanagements vermittelt, um Symptome zu verringern und ihn langfristig zu stabilisieren. Je nach Problematik werden bestimmte Leitlinienorientierte Interventionen vermittelt, Prozesse angestoßen und verändert. 

Identitätsoreintierte Psychotraumatherapie 

Die Identitätsoreintierte Psychotraumatherapie (IoPT) ist ein psychotherapeutisches Interventionsverfahren, welches auf der Spaltungstheorie von Dr. Franz Ruppert basiert. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass Persönlichkeitsentwicklung ein Wechselspiel aus Anpassung des Individuums an die Anforderungen einer sich verändernden Umwelt und der Integration von Erfahrungen ist. Kommt es dabei zu einem Ereignis, was die entwicklungsbedingten Kompetenzen des Individuums überfordert oder bedroht, spaltet die Psyche den belasteten Anteil ab, um eine gesunde Weiterentwicklung nicht zu gefährden. Als Kompensationsstrategie spaltet die Psyche die belasteten Anteile, die von dem Ereignis oder der Erfahrung flankiert sind, ab (Traumaanteile).  Die Abspaltung eines Traumaanteils ruft automatisch einen Überlebensmodus auf den Plan, der eine Berührung mit dem Schmerz verhindert. Kommt es im Laufe der Entwicklung zu mehrerer solcher Spaltungen, geht dies zu Lasten einer konstanten Verbindung und vertrauensvollen Beziehung zu sich selbst und zu anderen. Dies wiederum führt zum Verlust von Klarheit, Lebendigkeit und der Fähigkeit zu lieben und sich lieben zu lassen und einem inneren Gefühl von Sicherheit. Im IoPT Prozess wird mittels der Aufstellungsmethode, die auch durch das so genannte Familienstellen nach Hellinger bekannt wurde, ein Anliegen formuliert, welches eine innere psychische Dynamik im Aussen sichtbar macht. Somit hat dieses Verfahren nicht nur aufdeckenden Charakter, sondern führt auch zur Reintegration traumatisierte Anteile über die Herstellung von Beziehung und Kontakt von gesunden Anteilen. Dabei ist dieser Ansatz ausschließlich ressourcenorient.